WordPress Retreat 2018

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Sonniges Wetter. Fachlich fundierte Vorträge. Bedeutsame Gespräche und eine Community, die sich selbst und WordPress feiert. Das WordCamp Retreat Soltau 2018 war ein voller Erfolg. Hoffentlich wird das Format  in Zukunft wiederholt.

Vom 03. bis 06. Mai fand das WordCamp Retreat Soltau 2018 statt. Das ist erst eine Woche her und dennoch kommt mein Recap fast etwas zu spät. Denn die ganze Woche schwappte schon Blog-Artikel über Blog-Artikel in meine Twitter-Timeline. Der Tenor ist einstimmig: Das WordCamp war eine der besten, vielleicht die beste WordPress-Veranstaltung, die es in Deutschland je gegeben hat. Zu verdanken ist das dem fleißigen Orga-Team um Sven, Carole, Detlef und Thomas. Aber fangen wir ganz von vorne an.

WordCamps die Treffpunkte der WordPress Community

Falls jemand sich aus den Untiefen des Internets auf diesen Blog verirrt hat, und es nicht weiß: WordPress ist ein Open Source Content Management System. Mit der Software kann man Webseiten und Blogs wie zB. Utopian Reflections erstellen und betreiben. Open Source bedeutet, dass WordPress für den Endnutzer kostenlos ist. Es wird von einer großen Community von Freiwilligen gepflegt und weiter entwickelt.

Dabei fallen verschiedenste Aufgaben an: Allen voran die Programmierung des Cores, aber auch die Übersetzung der Software ins Deutsche und die Organisation der Community. Um sich gemeinsam zu all diesen Themen abzustimmen, veranstaltet die WordPress Community in regelmäßigen Abständen Konferenzen, die so genannten WordCamps. Hier treffen sich alle, die an WordPress mitarbeiten, besprechen und planen wichtige Aufgaben, tauschen Erfahrungen aus und knüpfen Kontakte… und natürlich gibt es immer eine große Party.

Beim WordCamp Frankfurt 2016 machten einige Community-Mitglieder nun folgende Beobachtung: Bei WordCamps kommt es trotz allem Spaß und allem fruchtbaren Input oft zu Hektik. Jeder trifft hier Freunde, die er Monate oder Jahre nicht mehr gesehen hat. Nicht selten sprintet man von Gespräch zu Gespräch aus Angst etwas zu verpassen. Vor dem Abendessen fährt man dann noch „kurz“ ins Hotel, um sich umzuziehen. Und nachdem man anderthalb Stunden durch die Stadt und wieder zurück gefahren ist, ist das WordCamp fast vorbei.

So entstand die Idee eines WordCamp-Retreat. Die ganze Community sollte sich an einem relativ abgeschiedenen Ort versammeln, und ein ganzes verlängertes Wochenende die Konferenz und ihre Freizeit miteinander verbringen. Nachdem das Orga-Team lange nach einer passenden Location gesucht hatte, fiel die Wahl auf den Hotel Park Soltau.

Und um es vorwegzunehmen: Das Konzept ist bis ins letzte Detail aufgegangen.

Widrigkeiten im Vorfeld

Im Vorfeld des WordCamps hatte nicht alles rosig ausgesehen. Überraschenderweise waren nicht alle Karten verkauft worden. (Was sehr ungewöhnlich für ein deutsches WordCamp ist.) Auch waren nicht genügende Sponsoren-Gelder zusammen gekommen, sodass die WordPress Foundation einen höheren Betrag zuschießen musste als geplant. Scheinbar fehlte den üblichen Sponsoren noch etwas das Vertrauen in das neue Format, das es so weltweit noch nicht gegeben hatte. Außerdem kollidierte das WordCamp terminlich mit der Re:publica.

Von all dem ließ sich das Orga-Team jedoch nicht die Stimmung vermiesen. Voller Tatendrang reisten sie bereits am 1. Mai an und fixten die Community die ganze Woche über bei Twitter mit herrlichen Bildern von der Location an.

Als dann alle Teilnehmer nach und nach eintrudelten, war die Stimmung sofort gigantisch. Wunderbares Wetter. Viele Gesichter, die man lange nicht gesehen hatte, und die Möglichkeit einfach mal zu entspannen.

 

Die WordPress Community feiert sich selbst

Jeder, mit dem ich mich auf dem WordCamp unterhalten habe, hatte die gleiche Meinung: Das war das entspannteste WordCamp jemals. Drei lange Tage boten genügend Zeit mit jedem ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig war es das WordCamp der kurzen Wege. Weil Hotel und Tagungsart auf dem gleichen Gelände lagen, dauerte es nur wenige Minuten seinen Laptop zu holen, sich umzuziehen oder einfach eine kurze Pause im eigenen Zimmer zu machen. Die Zeit konnte man sinnvoller nutzen: Mit Vorträgen, Aktivitäten oder einfach mit Unterhaltungen.

Die ganze Community machte mit. So konnten Teilnehmer eigene Freizeit-Aktivitäten anbieten. Man konnte joggen, meditieren, Basketball spielen, lernen einen Rubix-Cube zu lösen oder bei einer Jam-Session mitmachen oder zuhören.

Das Wochenende war darüber hinaus mit herrlichem Wetter gesegnet, sodass auch der ein oder andere Spaziergang in die Natur angesagt war.

Und das Team des Sponsors Raidboxes sorgte mit leckeren Slushis für Stimmung.

https://twitter.com/RAIDBOXES/status/992404010597535744

Sessions und Vorträge

Bei allem Spaß wurde natürlich auch gearbeitet. Für jeden, der sich beruflich mit dem Thema Internet beschäftigt, gibt es momentan nur ein Thema: Die neue europäische Datenschutz Grundverordnung. Entsprechend viele Sessions gab es zu diesem Thema.

Doch auch zu Themen wie Berechtigungen, WordPress-Code-Standards, React und Acessible Design gab es hoch Interessantes zu erfahren. Auch ich habe gemeinsam mit Udo Meisen wieder einen Vortrag zu Bildrechten gehalten. Das Thema ist auch 2018 offenbar ein Dauerbrenner.

Mein persönliches Highlight war die Session von Andrey Savchenko. In seiner Session „WordPress breaks time“ ging er den zahlreichen Problemen auf die Spur, zu denen es kommen kann, wenn in WordPress Zeiten geändert oder in andere Tools exportiert werden sollen. Ohne zu technisch zu werden: Wie bei fast jedem grundsätzlichen Problem mit WordPress ist die zu Grunde liegende Frage: Bis zu welcher PHP-Version muss WordPress abwärtskompatibel bleiben. Andreys gesamten Talk kann man (wie alle Vorträge bei WordCamps) auf WordPress.tv anschauen:

Für mich persönlich war es aber weniger der Vortrag selbst als Andreys Persönlichkeit, die mich beeindruckt hat.

Contributing

Auch am Projekt WordPress selbst wurde viel weiter gearbeitet. Sei es der Core selbst, das CLI (Command Line Interface), das Design oder die Übersetzung von Plugins und Themes. Am Samstag waren alle fleißig dabei.

Das Drumherum

Das Hotel Park Soltau hat einen unvergesslichen Service geboten. Ein Catering auf Weltklasse-Niveau, eine professionelle Begleitung der Konferenz, saubere und gemütliche Räume, Sportanlagen und eine Bar, in der es gekracht hat.

Die Mitarbeiter des Hotels waren immer erreichbar, immer präsent und sorgten für eine angenehme Atmosphäre.

Die Abende

Mit Grillen, Kegeln, Schwimmen und einem WordPress-Quiz. Die netten Sponsoren von Yoast waren darüber hinaus so nett eine Karaoke-Maschine mitzubringen. Ausgelassen konnte die Community so ihre Erfolge feiern.

Am Karaoke habe ich mich übrigens selbst natürlich nicht beteiligt… und sollte es Fotos oder Videos geben, die anderes belegen, muss es sich dabei um Fälschungen  mittels neuartiger KI-Algorithmen handeln 😉

Fazit und Dankeschön

Ich habe während dieses WordCamps gesehen, wie Freundschaften entstanden, Unternehmensgründungen beschlossen, WordPress-Meetups gegründet und neue Konzepte erdacht worden sind. Die Community hat außerdem neue Mitglieder gewonnen. Denn alle Newbies, mit denen ich gesprochen habe, wahren hell auf begeistert von dem Event. Das WordCamp Retreat hat jeden einzelnen Teilnehmer, aber auch die Community im ganzen voran gebracht.

Ein WordCamp-Format, das bei allen Teilnehmern solche Begeisterung auslöst, sollte wiederholt werden. Das Twitter- und Social-Media Feuer, dass unter dem Hashtag #WCRetreat während der Veranstaltung aber auch noch in der ganzen darauffolgenden Woche stattfand, spricht für sich.

Der Dank für all das gebührt unserem großartigen Orga-Team: Sven, Carole, Detlef, Marc, Frank, Thomas, Udo, Matthias und Bas. Die Planung für das WordCamp hat mehr als anderthalb Jahre gedauert und unermesslich viel Zeit, Mühen, Energie, Sorgen und Durchhaltevermögen gekostet. Die Jungs und Mädels haben dieses Event komplett in ihrer Freizeit aus dem Boden gestampft, ein völlig neues Format konzeptioniert und es gegen alle Widerstände durchgezogen. Deswegen ein allerletztes Mal: Danke an euch!

Weil ich weiß wie viel (unbezahlte) Arbeit in so einem WordCamp steckt, will ich auch keine Erwartungshaltung produzieren. Ob das Orga-Team in zwei Jahren erneut ein WordCamp Retreat veranstalten möchte, ist ihre und nur ihre Entscheidung. Wer aber wissen will, ob sich die deutsche WordPress Community ein weiteres WordCampf Retreat in Soltau wünscht: Ich kann mich Felix nur anschließen: Best WordCamp ever!

Andere großartige Recaps von Teilnehmern und Sponsoren (Auswahl):

 

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