Das WordCamp Cologne 2016

      3 Kommentare zu Das WordCamp Cologne 2016

Das war also das WordCamp Cologne: Über 100 Teilnehmer, 4 Räume, 28 Vorträge, ein Kühlschrank voller Bier und viel Spaß. Für mich war es eine dreifach Premiere: Zum ersten Mal bei einem WordCamp, zum ersten Mal in einem WordCamp-Orga-Team und zum ersten Mal überhaupt im Orga-Team eines Barcamps. Das Event war über die letzten Wochen in meinem Kopf omnipräsent. Umso mehr freue ich mich, dass alles super geklappt hat:

Meine Co-Organiser-Kollegen waren sich einig: Entspannteste WordCamp-Orga ever! Zu verdanken hatten wir das unserem extrem erfahrenen Lead Organizer Thomas (zu Thomas Blog). Durch Thomas strukturierte Arbeitsweise konnten wir die ganze Orga bequem von zu hause über Skype- und Google-Hangout-Sitzungen machen. Ein Riesenvorteil. (Interview mit Thomas über die Orga des WordCamp Cologne). Bis auf ein paar minimale Schwierigkeiten mit Technik und Raumbuchungen lief alles wie Schnürchen. Den Leuten hat es offenbar gefallen: Jeder hatte gute Laune. Zeitweise waren wir auf Platz zwei bei den Twitter Trending Topics und den CSU-Parteitag haben wir locker abgehängt:

Meine persönliche Bilanz fällt auch ausschließlich positiv aus: Es hat Spaß gemacht. Coole Leute getroffen. Viel gelernt. Viel mitgenommen. Aber nochmal chronologisch:

WordCamp Cologne: Der Aufbau

Wenn man von außerhalb der Stadt kommt, um schon morgens beim Aufbau zu helfen, muss man ein paar Opfer bringen. Als Philip uns im Orga-Slack morgens aufwecken wollte, saßen Udo und ich schon lange im Starbucks am Bahnhof:

Kaffee am Bahnhof vor dem WordCamp Cologne
Am Startplatz angekommen kam uns zu Gute, dass wir die Location alle sehr gut kannten. Schließlich treffen wir uns jeden 3. Dienstag im Monat dort zum WordPress Meetup. Vorbereitungen und Aufbau gingen mega-schnell von der Hand.

Der Morgen

Ruck Zuck war es 9 Uhr und die ersten Teilnehmer kamen:

Wie in der WordPress-Community üblich bekam erstmal jeder sein T-Shirt, Wapuus und Anstecker:

Teilnehmer-Shirts

Bild: Marco Verch [ 12startups.de] CC-BY

Das Frühstück hatten wir natürlich top vorbereitet:

Immerhin hatte Thomas einen Ruf zu verlieren.

Schon am Morgen gab es viel gute Laune und  reichlich Gesprächsstoff unter den Anwesenden:

Die heimlichen Stars des WordCamps waren unsere kleinen Ehrengäste, die Carole und Alain mitgebracht hatten:

Hunderudel

Bild: Marco Verch [ 12startups.de] CC-BY

Dann kam die Vorstellungsrunde…

und die Session-Planung:

Bei anderen Barcamps habe ich schon erlebt, dass zu wenig Sessions angeboten wurden. Das war überhaupt kein Problem. Die 28 Slots waren in Sekundenschnelle voll. Im Nachhinein hätten wir gerne noch mehr Räume gehabt.

Sessionplanung: WordCamp Colgone 2016

Bild: Marco Verch [ 12startups.de] CC-BY

Das Themenspektrum war extrem weit: Von technischen Themen wie Multisites…

…und Software Testing…

…über klassische Online-Marketing Themen wie SEO und keyword-research…

https://twitter.com/herzblutde/status/792367778187603970

…Rechtliche Themen…

…oder lifestyle-Themen wie Majas Vortrag über Reisebloggen:

Meine Session-Besuche

Ich habe während des ganzen Events fleißig vom offiziellen WordCamp Cologne-Account live getwittert:

Vorstellungsrunde WordCamp Colgone 2016

Bild: Marco Verch [ 12startups.de] CC-BY

Die erste Session, in der ich war, hatte ein kontroverses Thema. „Hilfe die haben mein WordPress gegendert!“

Die kontroverse Debatte über das String-Intelligenz-Plugin in den letzten Wochen hat gezeigt, dass die WordPress-Community keine Blase im Luftleeren Raum ist. Sie ist ein Ausschnitt der gesamten Gesellschaft, weshalb auch die Debatten, die in der gesamten Gesellschaft geführt werden, sie irgendwann erreichen. Frank und Simon haben sich im Namen des Übersetzungsteams bereit erklärt zur Debatte Stellung zu nehmen und noch einmal alle Missverständnisse geklärt:

  1. Beim Plugin String-Intelligenz ging es nicht speziell nur um geschlechter-gerechte Sprache sondern allgemein um sprachliche Vereinfachung
  2. Die * in Benutzer*innen sind nur ein Platzhalter und sollen nach und nach durch andere gender-neutrale Formulierungen ersetzt werden, die den Lesefluss nicht stören.
  3. Die Änderungen betrafen immer nur das Backend, auf keinen Fall den Seiten-Content
  4. Das Übersetzungsteam nimmt seine Verantwortung sehr ernst. Keine Änderung an den Sprachdateien wird stattfinden, bevor sie nicht durch einen der „General Translation Editors“ geprüft und genehmigt wurden.

Ich hatte mir im Vorhinein ehrlich gesagt etwas Sorgen gemacht, dass die Diskussion in der Session emotional und unsachlich geführt werden könnte. Das Gegenteil war der Fall. Es gab viel Verständnis für die harte Arbeit des Übersetzungsteams. Und einige Session-Teilnehmer hatten sogar angedeutet, das Team vielleicht zukünftig unterstützen zu wollen.  Die Tweets vom offiziellen WordCamp Cologne -Account aus dieser Session bekamen sehr viel Reaktionen, auch von Leuten, die gar nicht am WordCamp Cologne teilgenommen haben. Hoffentlich konnte unsere Session also dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen.

Sicherheit mit Marc von WP-Wartung

Meine 2. Session war Marcs Q&A über Sicherheit. Auch hier habe ich live getwittert. Und die vielen Reaktionen bei Twitter sprechen dafür, dass das Thema WordPress und Sicherheit viele Menschen bewegt. Marc hat in seiner üblichen Art die technischen Themen erläutert, Strategien vorgeschlagen und Plugins empfohlen.

Anschließend beantwortete er Fragen und analysierte als konkretes Beispiel auch eine Seite live. Sehr fix konnte er dort Sicherheitslücken aufzeigen: „Dein Hoster ist allinkl und deine Kundennummer dort ist [zensiert], oder?“

Wer über aktuelle Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld auf dem laufenden bleiben möchte, kann Marcs Newsletter hier abbonieren.

Mittagessen

Dann wurde es Zeit zum Essen:

https://twitter.com/WordCampCGN/status/792315237328363520

Auf die Nudelmafia konnten wir uns dabei wie üblich verlassen:

nudelmafia-Buffet WordCamp Koeln

Foto: Udo Mei­sen

Das Gulasch war köstlich und reichlich. Und insbesondere die Brownies blieben den ganzen Tag Gesprächsthema.

Buffet: Teller mit Brownies und kleinen Törtchen

Foto: Udo Mei­sen

WordPress und Sicherheit

Dann war es Zeit für meine erste Session.


Auch ich habe mich mit Sicherheit beschäftigt. Anders als Marc habe ich aber keine konkreten Tipps gegeben, sondern wollte insbesondere bei WordPress-Anfängern ein Bewusstsein für das Thema Sicherheit schaffen.

Mir ging es vor allem darum, wie User mit wenig technischem Know How trotzdem basale Sicherheitsvorkehrungen treffen können. Und wie man ihnen das nötige Fachwissen vermitteln kann, ohne ihnen zu viel Angst vor dem Thema zu machen.

Sicherere WordPress-Installationen liegen schließlich im Interesse aller. Denn je weniger infizierte Seiten Viren verschleudern, desto sicherer ist das Internet für alle.

Mein Ziel: Ich habe eine Blog-Parade zum Thema #MachWordPressSicherer ausgerufen. Sobald das Video zu meinem Vortrag online ist, werde ich mehr dazu veröffentlichen.

Ich freue mich aber jetzt schon, dass Marc und einige andere angekündigt haben, dass sie dabei sind:

Urheberrecht

Meine zweite Session zu meinem Lieblingsthema Urheberrecht habe ich zusammen mit Udo von der Rechtslupe gehalten.

Auch dieses Thema bewegt viele. Bei unserem Rundumschlag über Urheberrecht, Texte, Bildrechte und Creative Commons Lizenzen konnten Udo und ich nicht alles erschöpfend behandeln. Den Teilnehmern hat es scheinbar aber durchaus gefallen. Vielleicht wird es zukünftig mehr Doppelvorträge mit uns beiden geben.

Nicht nur bei den tierischen Teilnehmern war gegen Ende des WordCamps etwas die Luft raus. Zum Glück näherten wir uns unaufhaltsam dem gemütlichen Teil des Tages.

Bei der Verabschiedung konnten wir vom Orga-Team des WordCamp Cologne alle Thomas nochmal ein großes Lob aussprechen.

Party und Bier-Tasting

Jeder hatte für den Abend sein Lieblingsbier mitgebracht. Und so war es nicht verwunderlich, dass wir reichlich von allem hatten.

Dazu gab es libanesische Spezialitäten:

Es war ein spaßiger Abend, der sich noch lange in die Nacht zog.

Der Sonntag

Am Sonntag Morgen standen wir vom Orga-Team um 9 Uhr alle wieder auf der Matte.

Es galt den Contributor Day vorzubereiten. Ab 10 Uhr trafen sich rund 30 WordPress-Fans, um etwas ans WordPress-Projekt zurück zu geben.

Ich habe mich zum ersten Mal ans Übersetzen gemacht und dabei einen Heidenrespekt für das Übersetzungsteam gewonnen. Dass die Polyglots einen Superjob machen, ist in der ganzen Community hinreichend bekannt. Wie schwierig ihre Arbeit ist, wurde mir aber erst am Sonntag so richtig klar: Technische Termini, die so gut wie nicht zu übersetzen sind. Englische Formulierungen, die im deutschen einfach nicht existieren. Ständig das Problem, dass man in der String-Ansicht nicht genau weiß, wo der entsprechende Text eigentlich auftauchen soll. Und zu allem Überfluss muss jeder String ja auch noch in informelles (du, deine) und formelles (Sie, Ihre) Deutsch übersetzt werden.

Mein Projekt ein Security-Plugin zu übersetzen, war vielleicht etwas überambitioniert. Ich werde in den nächsten Wochen mal mit einem einfacheren Projekt Erfahrungen sammeln und vielleicht am 12. November, dem Global Translation Day noch einmal versuchen die Sicherheitsplugins anzugehen.

Fazit:

Das Camp selbst und die Orga waren eine tolle Erfahrung. Ich habe allerhand Eindrücke, Projekte und Ideen im Kopf. Nach etlichen Wochen Planung, einem ereignisreichen Wochenende und diesem Artikel hier, bin ich aber auch froh über die Pause.

Abschließend bedanken möchte ich mich nochmal bei den Sponsoren, ohne die das WordCamp nicht möglich gewesen wäre, bei allen Teilnehmern, die Sessions gehalten, am Empfang gesessen, getwittert oder sonst beigetragen haben. Und natürlich beim Video-Team und meinen Kollegen aus dem Orgateam. Bis zum nächsten Mal!

PS:

Will Wapuu haben!!!!!

 

 

3 thoughts on “Das WordCamp Cologne 2016

  1. Angelika

    Zum Thema #stringintelligenz:

    Die Änderungen betrafen immer nur das Backend, auf keinen Fall den Seiten-Content

    Wurde das wirklich so behauptet?

    http://elektroelch.de/stringintelligenz.html

    Die de_DE.po ist die Datei für das Frontend (Seiten-Content) = 142 Änderungen
    Backend = 248 Änderungen.

    Die * in Benutzer*innen sind nur ein Platzhalter und sollen nach und nach durch andere gender-neutrale Formulierungen ersetzt werden, die den Lesefluss nicht stören.

    Und warum nicht so? Die existierenden Begriffe nicht zuvor mit (*) ändern, sondern erst dann ,wenn neutrale Formulierungen gefunden wurden? Wozu Platzhalter, die nur Unruhe bringen?

    Fanden in der Diskussion auch die 47.500 Plugins (wordpress.org/plugins) und die vielen Themes (wordpress.org/themes) Erwähnung, die nach und nach auch mit gender-„neutraler“ Sprache versehen werden?

    Wozu solch eine Verharmlosung und unrichtige Darstellung (damit ist nicht dieser Bericht darüber gemeint)?

    Reply
    1. ThomasMorus1478ThomasMorus1478 Post author

      Hallo Angelika,
      mit Content waren in der Diskussion die Inhalte gemeint, die vom Seitenbesucher gesehen werden. Die de_DE.po enthält ja eher Fehlermeldungen, Anmeldeinformationen etc. Das ist zwar formal betrachtet auch im Frontend. Der normale Seitenbesucher wird solche Strings ja aber nie zu Gesicht bekommen.
      Was die * angeht, so dienen die (wenn ich das richtig verstanden habe) als Platzhalter und Zeichen für Nutzer und Übersetzungsteam, dass die Formulierung hier noch nicht angepasst wurde. Die neue Übersetzung wurde ja deswegen zuerst als Plugin veröffentlicht, damit Nutzer die Formulierungen prüfen und eventuell eigene Vorschläge machen können.
      Themes und Plugins sind nicht zur Sprache gekommen. Nach der eigentlichen Kernproblematik drehte sich die Diskussion eher um die Arbeitsweise und die Prozedere innerhalb des Übersetzungsteams, weil da wohl viel Informationsbedarf bestand.
      Ich bin mir aber sicher, dass Frank und Simon auch gerne Antwort erteilen, wenn du sie bei Twitter anschreibst.

      Reply
  2. Angelika

    Hallo ThomasMorus1478,

    Autor*in-Box, Kommentator*in, Autor*in (statt geschrieben von) sind jetzt drei, die mir spontan einfallen und vom Seitenbesucher gesehen werden.

    Es existieren genügend Websites, wo Seitenbesucher sich auch anmelden. Shops, Community, Foren. Kund*innen-Konto, Moderator*innen, usw.

    Zu sagen, es „betrifft immer nur das Backend“ ist also defintiv verkehrt. Daher auch der Hinweis auf die 47.500 Plug-ins plus ungezählte Themes.

    Es geht nicht nur um das Plug-in #stringintelligenz, sondern um grundlegende Änderungen aller Übersetzungen. Hierfür muss ein grundsätzlicher Konsens gefunden werden.

    Die Sternchen sollen so in die Core-Sprachdateien, falls nichts besseres gefunden wird. So der kommunzierte Plan von Caspar, besser so und mit Duden-Regeln brechen, als diese Strings überhaupt nicht zu ändern (sinngemäß, nahezu wortwörtlich). Darauf bezog sich meine Frage, wieso nicht die Platzhalter in den Übersetzungen gar nicht erst zu integrieren, sondern diese Strings erst auszutauschen, wenn Alternativen gefunden sind.

    Natürlich muss das denn erst noch von den GTEs geprüft und abgesegnet werden. OB es tatsächlich so in den Core kommt, ist damit nicht gesagt. Aber wenn doch, dann ist es zu spät. Daher im Vorfeld dieser Diskurs.

    Überigens: Auch die Sternchen im Backend sind inakzeptabel. Webdesigner übergeben so etwas ihren Auftraggebern, Auftraggeber gewähren Mitarbeitern auf das Backend Zugriff. Oder Projektplanung, oder Intranet. Überall wären Gender-Signale sichtbar, so als wären sie vom Chef beabsichtigt.

    Arnd drückt es dort richtig gut nachvollziehbar aus, was eigentlich dagegen spricht:
    https://presswerk.net/pw021/#comment-104

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.