Geistige Nachlese zum Barcamp Köln

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Auf dem Barcamp Köln gab es verschiedenste spannende Vorträge und viele Möglichkeiten zum Reden, Diskutieren und Vernetzen.  Meine Highlights und Learnings…

Sonntag 30. August gegen 16 Uhr. Die verbliebenen Teilnehmer des Barcamp Köln haben sich zur Abschlusssession im großen Saal des Kölner QSC Gebäudes  versammelt. Die Veranstalter sind noch nicht auf der Bühne. Die kurze Pause wird ausgiebig zur digitalen Kommunikation genutzt. Niemand redet. Alle 60-70 Nerds sind gebannt ins Smartphone oder ins Tablet vertieft und schießen Tweets, Facebooknachrichten und Instagramm-Bilder durchs Netz. Im ganzen Saal herrscht angestrengte Stille. Urplötzlich ertönt eine Frauenstimme. „Best Party ever!“

Barcamp mit Charme

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Photo by Blogging Dagger

„Best Party ever!“ Den Satz kann man nur unterstreichen. Das Barcamp Köln war eine Gelegenheit spannende Leute kennenzulernen, interessante Themen zu diskutieren und sich zu vernetzen. Jenseits der On- und Offline-Kommunikation gab es Vorträge und Sessions zu allen möglichen Themen. Weil das Barcamp Köln ein verhältnismäßig großes Barcamp ist, konnten bis zu 9 Sessions gleichzeitig stattfinden. Deswegen waren auch ungewöhnlichere Sessions am Start: „Was ist Gerechtigkeit?“ „Faszination Zigarre“ „Whiskey-Tasting“ „Exploding Kittens“ oder „Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben.“ Dank der großen Vielfalt war fast immer etwas für jeden dabei. Leider fanden mehrere richtig gute Sessions auch häufig gleichzeitig statt.

Klassische Themen wie WordPress, SEO, Eigenmarketing und Social Media Management standen natürlich auch auf dem Programm. Persönlich sehr stark fand ich den Vortrag von Christina Wunder und Daniela Sprung über Motivation und Passion beim Bloggen. Über die Motivation einen Blog zu starten wurde zwar schon sehr viel geredet und geschrieben (zum Beispiel auf diesem Blog) Selten aber wurde das Thema mit so viel Leidenschaft und Begeisterung vorgetragen. Ich bin mir sicher, die Teilnehmer haben nach der Session sofort ihren eigenen Blog eingerichtet.

WordPress

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Ziemlich begeistert war ich auch von den Vorträgen der Wordpessspezialisten zu „essential Plugins“ und „Woocommerce“. Bei der Liste empfohlener Plugins waren tatsächlich noch einige dabei, die ich nicht kannte. Besonders der Social Media Autoposter hat ziemlich viel mehr Funktionen als mein bisheriges Social-Media-Plugin Social. Deswegen habe ich da sofort umgesattelt. Die vollständige Liste der empfohlenen Plugins gibt es hier. In der Tat haben mich die Projekte der wordpress-Bastler bei Github so sehr beeindruckt, dass ich vielleicht beim nächsten Mal im WordPress Meetup Cologne vorbei schaue.

Bilder bewegen (anscheinend)

Meine eigen Session zu kostenlosen Bilddatenbanken und Bildrechten (kommentierte Linkliste hier) hatte größere Nachfrage als ich erwartet hatte. Und wenn mich nicht alles täuscht waren die Teilnehmer auch sehr zufrieden. Bildrechte sind wirklich ein Minenfeld. Und wenn man sich nicht auskennt und nicht regelmäßig die einschlägigen Medien dazu verfolgt, setzt man sich leicht in die Nesseln. Schön, dass ich offenbar einigen weiter helfen konnte.

Netzökonomie mit Käsekuchen

Ein persönliches Highlight für mich war, dass ich die Hauptprotagonisten des „Netzökonomie Campus mit Käsekuchen“ Gunnar Sohn und Winfried Felser einmal live erleben durfte. Die wirtschaftlich/politisch/gesellschaftlichen Diskussionen über die Zukunft der Arbeit (über die ich ja auch mal einen Barcamp-Vortrag gehalten habe) und zu Gunnar Sohns Lieblingsthema „Wie vernetzen wir Mittelstand und Digitalszene“ waren dann auch höchst interessante und produktive Diskussionen.

Das Ergebnis war erstaunlich selbstkritisch für die Digitalszene. Denn im Saal war man sich weitgehend einig, zu einer kleinen priviligierten Elite zu gehören, die neue Lebens- und Arbeitsmodelle nutzt oder vielleicht in der Zukunft nutzen kann. Der Großteil der Beschäftigten wird weiter in klassisch-autoritäten Strukturen arbeiten (müssen) und durch die Digitalisierung und Automatisierung sind ihre Arbeitsplätze sogar bedroht.

Was die zukünftige Zusammenarbeit von Wirtschaft und Netzszene angeht, so bestand weitgehend Einigkeit, dass die „Digitale Natives“ ihre Sprache ändern müssen. Wir müssen lernen digitale Prozesse auch weniger Internet-affinen Menschen verständlich zu erklären. Und dazu wäre es vielleicht nicht schlecht, wir würden Mittelständler dort abholen wo sie sind: Und das ist eher auf dem Schützenfest als bei Twitter. Der witzigste Vorschlag der Session war eine Art Tinder für Unternehmer und Digitalspezialisten 😉

Gemütliches Ausklingen

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Am Samstag Abend konnten alle Teilnehmer bei Bier und Wein den Abend ausklingen lassen und noch einmal interessante Gespräche führen. (Auch wenn einem beim Schritt aus der Türe des klimatisierten Gebäudes fast der Hitzeschlag traf). Online und offline wurden an diesem Abend noch viele Kontakte geknüpft, die sicher eine Weile bestehen bleiben.

Und für den wohltätigen Zweck wurde auch noch fleißig gespendet. 100 Euro für Flüchtlinge kamen zusammen.

 

 

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